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Klimagerechtigkeit – auch im Tourismus

Donnerstag, 10. Dezember 2009 20:00

Eine engagierte Debatte führten Vertreter von Tourism NGOs mit Luigi Cabrini, dem Leiter der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung der Welttourismusorganisation (UNWTO) (Foto: Sabine Minninger)

Eine engagierte Debatte führten Vertreter von Tourism NGOs mit Luigi Cabrini, dem Leiter der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung der Welttourismusorganisation (UNWTO) (Foto: Sabine Minninger)

Eine engagierte Debatte, moderiert von Imtiaz Muqbil, führten Vertreter tourismuskritischer NGOs zusammen mit Luigi Cabrini, dem Leiter der Abteilung Nachhaltige Entwicklung der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO).

Im Mittelpunkt stand die Frage um Emissionsreduzierung, Anpassungsmaßnahmen in touristischen Zielgebieten und die Frage, inwiefern die Menschen in Entwicklungsländern vom Tourismus profitieren oder Leidtragende sind. Kritisch sehen die Tourismusvertreter die Perspektiven für Agrotreibstoffe als Kerosinersatz. “Agrotreibstoffe, vor allem der Anbau von Jatropha, dürfen nicht die Nahrungsmittelproduktion gefährden“, sorgt sich Mamadou Mbodji (ASAN, Naturefriends Senegal). Seine Erfahrungen aus Senegal stimmen ihn eher skeptisch.

Zuvor hatte Paul Peeters in seiner Präsentation auf den gravierenden Beitrag des Tourismus zu der globalen Erwärmung hingewiesen. Je nach Berechnungsgrundlage bezifferte der den Anteil auf bis zu 12%. Aus dem ebenso sachkundigen wie engagierten Publikum wurde einmal mehr die Forderung erhoben, dass die UNWTO eine stärkere Rolle für Klimaschutz und soziale Verantwortung im Tourismus übernehmen muss. “Es ist unbestritten, dass Tourismus Arbeitsplätze und Einkommen schafft” so Fei Tevi, der Generalsekretär des pazifischen Kirchenrats, “es braucht allerdings mehr Ausbildungsmöglichkeiten, damit die Menschen unserer Pazifikinseln auch Führungsaufgaben übernehmen können.”

Mehr Dialogbereitschaft seitens der Tourismuswirtschaft und der UNWTO forderten Sumesh Mangalassery und Caesar D’Mello, als Verteter der Ecumenical Coalition On Tourism. Auch die UNWTO muss den Dialog mit NGOs forcieren, die Einladung der NGOs zu diesen Event sollte kein einmaliges Ereignis sein, sondern die Eröffnung einer neuen Dialogkultur. Wieder einmal wurden die begrenzten Handlungsmöglichkeiten der UNWTO in der Diskussion mit Luigi Cabrini deutlich: Mehr als die Tourismuswirtschaft und -politik zu motivieren und zu beraten, ist kaum möglich. “Selbstverständlich lade ich sie und alle NGOs am 18. Dezember zum Side Event der UNWTO zusammen mit dem WTTC im Bella Center ein, damit wir den Dialog weiterführen können”, so Cabrini zum Ende der Veranstaltung.

Die unterschiedlichen Erfahrungen im Tourismus machen deutlich, dass umweltverträglicher und sozialverantwortlicher Tourismus nicht auf die Klimafrage reduziert werden darf, andererseits muss Klimaschutz integraler Bestandteil nachhaltiger Tourismuskonzepte werden. Dazu Bedarf es globaler Regeln z.B. in den Konventionen und Vereinbarungen der Vereinten Nationen, so dass Fazit von Heinz Fuchs, EED-TourismWatch, als einer der Organisatoren dieser Veranstaltung im Klimaforum09.

Sabine Minninger

Thema: Anpassung | Kommentare (1) | Autor: Minninger