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Move on! – ein dänischer Kommentar

Samstag, 19. Dezember 2009 13:04

Christan Friis Bach, DanChurchAid (Foto: Christian Friis Bach)

Christan Friis Bach, DanChurchAid (Foto: Christian Friis Bach)

„Einen ambitionierten Klima-Pakt haben wir nicht bekommen. Wir erhielten eine Deklaration, die vom Plenum akzeptiert wurde. Es hätte kaum schwächer ausfallen können“, sagt Christian Friis Bach, der internationale Direktor von DanChurchAid. Die ganze Nacht über hielt er sich im Bella Center auf und hatte die abschließenden Verhandlungen verfolgt. „Das Ergebnis hat eine gewisse Kraft, aber keinen formalen Status“, merkt Bach an.

Bach meint, die Deklaration sei ein minimaler, aber positiver Schritt vorwärts. „Man kann nur hoffen, dass – zusammen mit den unbestimmten Versprechen über Extragelder – sie in der Lage sein wird, das in Koppenagen verlorene Vertrauen wieder herzustellen“. Zugleich wies er die Versuche der reichen Staaten, China das Scheitern zum Vorwurf zu machen, zurück. „Natürlich sollte China genauso für Emissionsreduktionen wie für Geld sorgen. Aber das ist es, was sie tun – und das in einem bemerkenswerten Umfang! Das Hauptproblem hier war, dass die reichen Staaten und besonders die USA es versäumt haben, Zusagen für die notwendigen Finanzierungen und Reduktionsziele zu geben“.

Christian Friis Bach betonte, dass „der Kopenhagen-Gipfel eine neue Weltordnung ankündigte, in der starke und forsche Entwicklungsländer eine stärkere internationale Rolle spielen werden. Und dies bedeutet eine Warnung an die Vereinten Nationen, die es nicht geschafft haben, einen wirksamen Rahmen für die Verhandlungen zur Verfügung zu stellen.“

„Wir müssen den Druck wachsen lassen. Ich bestärke unsere vielen Aktivisten und Unterstützer im ganzen Land, nicht aufzugeben, sondern dies als ein Ergebnis unserer Kampagnen zu verstehen. Alles in allem haben wir es fertig gebracht, so große Aufmerksamkeit zu erzeugen, dass sie etwas auf den Weg bringen mussten, was einem Vertrag immerhin ähnlich sieht. Das Abkommen hat sofortige Wirkung, die es umso wichtiger macht, den Druck fortzusetzen in Richtung auf die versprochene Finanzierung und die Emissionsreduktionen durch die Dänen und alle Europäer“.

DanChurchAid – Christian Friis Bach
(Übersetzung: Thomas Schaack)

Thema: Allgemein, Klimakonferenz | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack

Zwischen Hoffen und Bangen

Mittwoch, 16. Dezember 2009 7:00

(Foto: Martin Haasler)

(Foto: Martin Haasler)

Während sich die Menschen in den Fluren auf dem Bildschirmen Prinz Charles Rede anhören, der uns auffordert, die Verantwortung für den Fortbestand der menschlichen Existenz zu übernehmen – “unsere Generation wird nicht daran gemessen, was sie gesagt hat, sondern was sie tut” – , lese ich in einer Pressemeldung, dass Frau Merkel sich besorgt über den Fortschritt der Verhandlungen äussert: “Ich kann die Tatsache nicht verbergen, dass ich irgendwie nervös bin, ob wir dies hier managen können”.

Bereits beim mittäglichen Informationsaustausch der Nichtregierungsorganisationen konnte das Lächeln und die Haltung, dass Beste aus den kommenden Tagen herauszuholen, nicht darüber hinwegtäuschen, dass Frustration sich breit macht. Viele berichteten von Rückschritten in den Verhandlungen, bereits gefällte Beschlüsse wurden rückgängig gemacht, konsolidierte kurze Texte wieder mit verschiedenen Möglichkeiten versehen und ums Doppelte erweitert.

Selbst bei Themen, die in den letzten Tagen als kompromissfähig galten, wie die Besteuerung von Flug- und Schiffsbenzin, blockieren nun einige wenige, aber machtvolle Länder wie USA und China weitere Fortschritte. Jeder ist hier mit seinen Zielen und mit seinen Mindestanforderungen angereist und das Spektrum der auf dem Tisch liegenden Optionen ist zu breit. Das Ziel der VerhandlungsleiterInnen, die Anzahl der offenen Fragen in der ersten Woche zu reduzieren und etwa 15 Verhandlungsstränge, die sich untereinander wie kommunizierende Röhren verhalten, auf eine für die Staatschefs übersehbare Aufgabenstellung zu fokussieren, ist nicht erreicht worden.

Jetzt werden die Staatschefs in den kommenden Tagen die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen führen. Es bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht ein machtpolitischer Kuhhandel wird, sondern dass die Staatschefs die Verantwortung für unsere Zukunft auch übernehmen wollen.

(Ruth Irlen)

Thema: Klimakonferenz | Kommentare (0) | Autor: Ruth Irlen

Die historische Verantwortung der Bundeskanzlerin

Montag, 14. Dezember 2009 8:00

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: Bild von א (Aleph), http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto: Bild von א (Aleph), http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)

In einer Anzeige im Handelsblatt vom heutigen Tag haben 40 kirchliche Würden- und Amtsträger, darunter eine ganze Reihe von Landesbischöfen der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Direktoren von caritativen und entwicklungspolitischen Hilfsorganisationen der Evangelischen Kirche, die Bundeskanzlerin zu einer deutschen Führungsrolle bei den Klimaverhandlungen in Kopenhagen aufgerufen. Insgesamt haben sogar mehr als 70 Unternehmer, Bischöfe, Vorsitzende von Entwicklungs- und Umweltverbänden, Wissenschaftler und Prominente, den Appell unterschrieben.

In dem kurzen Text appellieren die UnterzeichnerInnen an die Bundeskanzlerin ihrer “historischen Verantwortung” gerecht zu werden. Allein die “historischen Emissionen” bedeuteten für ein Land wie Deutschland eine moralische Verpflichtung zum Handeln. Zudem seien positive Effekte für Arbeitsplätze in Deutschland zu erwarten. Insgesamt stünden die Chancen für eine Emissionsreduktion von bis zu 40% bis 2020 nicht schlecht. Von einem Staat wie der Bundesrepublik sei ferner zu erwarten, dass er zusätzlich zur ebenfalls dringend benötigten Entwicklungshilfe 7-10 Milliarden Euro jährlich zur Verfügung stelle, um Anpassungs- und Klimaschutzmaßnahmen in vom Klimawandel betroffenen Ländern zu finanzieren.

“Selten, vielleicht nie zuvor”, so Brot für die Welt in einer Pressemitteilung dazu, “hat eine so breite gesellschaftliche Koalition in Deutschland der Kanzlerin für eine Vorreiterrolle den Rücken gestärkt”.

Die Anzeige können Sie hier als pdf herunterladen!

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack

Time is running out

Montag, 17. August 2009 17:41

Countdown to CopenhagenIm Dezember 2009 wird in Kopenhagen der nächste “Weltklimagipfel” stattfinden. Die Kirchen beobachten und begleiten dieses politische Ereignis, das von herausragender Bedeutung für eine gerechte Gestaltung einer Weltpolitik in den kommenden Jahren sein wird. Sie treten zugleich offensiv für ein deutliches Umsteuern der Politik ein, die nachhaltiger, gerechter und zielstrebiger die Energiepolitik und alle damit zusammenhängenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fragen angeht.

In den kommenden Monaten werden hier von einem Team von “Brot für die Welt”, dem “Evangelischen Entwicklungsdienst (eed)” und der Nordelbischen Kirche  Beiträge zur aktuellen Entwicklung eingestellt. Schauen Sie auf jeden Fall wieder rein – es lohnt sich!Informationen und die Möglichkeit, sich an dem “Internationalen Aufruf der Kirchen für Klimagerechtigkeit” zu beteiligen erhalten Sie auch unter www.countdowntocopenhagen.de.

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack