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Ein ganz normaler 23. September

Donnerstag, 24. September 2009 22:10

Jep! Wieder mal geschafft: gestern, am 23. September haben wir den „world-overshoot-day“ erlebt. All regenerierbaren Ressourcen dieses Planeten sind für dieses Jahr aufgebraucht, und so leben wir seit heute ökologisch auf Pump. Im Jahr 2006 lag der Tag noch am 9. Oktober, seit 2008 sind wir im September angekommen.

Unterdessen liest man von neuen Ölfunden, z.B. im Golf von Mexiko. Die Aktien steigen, die Welt ist beruhigt. Der amerikanische Präsident hält zur gleichen Zeit eine tapfere Rede zur Klimapolitik vor den Vereinten Nationen. „Wir suchen eine Übereinkunft, die es allen Nationen erlaubt, zu wachsen und ihre Lebensstandards zu erhöhen, ohne den Planeten zu gefährden“, stellt er darin fest. „Allen Nationen?“ – das dürfte die Quadratur des Kreises werden, aber seinen Gesundheitsreform-gebeutelten Fast-Ex-Wählern kann er mehr wohl nicht zumuten. Immerhin eine starke Rede, die die Zeit des Vorgängers im Amt auch auf diesem Gebiet deutlich für beendet erklärt.

Wahrscheinlich aus Anlass des World-overshoot-days hat der Klimaschutz-Fachmann Wolf Bernotat, Vorstandschef der EON, gefordert, ein Energieministerium zu gründen, um die leidigen Debatten zwischen Umwelt- und Wirtschaftsministerium zu einem guten Ende zu bringen. Im Öko-Fachblatt „BILD-Zeitung“ berichtet er, dass er bis 2020 viel mehr Elektroautos auf deutschen Straßen sehen will als es sich die Bundesregierung vorstellt. Dann hätte man sicher auch gute Gründe, mehr Atomkraft- und Kohlekraftwerke zu bauen.

Australien hüllt sein Antlitz unterdessen in Staub: 40 Millionen t feinen Sandes, den man sonst nur durch Sanduhren verrinnen sieht, haben sich auf die Wanderschaft in große australische Städte gemacht. Hintergrund sind seltsamerweise Starkregenereignisse, die seit einiger Zeit einige Regionen Australiens heimsuchen – wahrscheinlich ein Zeichen des Klimawandels.

Und was sagt die gute alte deutsche Kuckucksuhr dazu? Tck, Tck, tck …

Thema: Allgemein, Energie | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack

Die Zukunft des Gaststättengewerbes

Freitag, 11. September 2009 15:28

Hhhmmm …. denke ich, als ich ein Interview mit Neill Blomkamp auf SPIEGEL-Online lese. Der aus Südafrika stammende Regisseur von „District 9“, einem Anti-Apartheid-Film in Science-Fiction-Manier, scheint sich schon recht weit in die ästhetischen und vermarktungstechnischen Regeln Hollywoods gefügt zu haben, sonst würde man die folgende Äußerung nicht verstehen:

Die Menschen gehen ins Kino, um eine schöne Zeit zu haben, um Popcorn zu essen. Die wollen unterhalten, nicht verändert werden. Wer etwas verändern will, soll keine Filme drehen, sondern zur Uno gehen.

Ok, die NGOs, die die Welt ein wenig besser und schöner zu machen versuchen, gehen tatsächlich zur UNO. Aber Filme drehen sie auch! Nicht nur RWE soll es gegönnt sein, dass sie dort ihre Weltsicht verbreiten können, sondern nun hat sich auch Germanwatch, eine Organisation, die sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen einsetzt, unter die Filmemacher begeben. – Mit überzeugendem Ergebnis, wie ich finde. Bitter, sarkastisch vielleicht, ja, aber leider wie im richtigen Leben … mal abgesehen, von der Bedienung im Restaurant, die man so leider wohl eher selten findet. Mit dem Hotel- und Gaststättenverband sollte man einmal reden, ob man da nicht was man Curriculum der Auszubildenen ändern könnte. Mein Lieblingssatz im Film: „Die Klimaanlage … geht auf’s Haus“.

Wer den Film zum Thema Klimagerechtigkeit noch nicht gesehen hat, hat hier die Möglichkeit dazu!

Thema: Klimagerechtigkeit | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack