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Klimaflüchtlinge noch kaum im Blick

Mittwoch, 16. Dezember 2009 17:52

Der Klimawandel führt zu drastischen Umweltveränderungen. Durch die globale Erwärmung kommt es in vielen Gebieten der Welt, insbesondere in Asien zu einer erhöhten Anzahl verheerender Stürme und Überflutungen. Auch in Afrika nehmen Dürren, extreme Hitze und Überschwemmungen zu. Schon heute sind aufgrund dessen, viele Menschen gezwungen, ihren eigentlichen Lebensraum zu verlassen. (Besonders eindrückliche Beispiele unter www.climaterefugee.com)

Bei den UNFCCC Verhandlungen in Kopenhagen wird das allerdings kaum thematisiert. Die Debatte über klimabedingte Flucht und Migration und ihre Konsequenzen wird nicht öffentlich geführt. Einige wenige Veranstaltungen von UN-Organisationen und dem EU-Researchprojekt (EACH-FOR) schaffen es kaum, die Agenda zu beeinflussen.

Das liegt auch daran, dass es kaum verlässliche Daten über das zu erwartende Ausmaß dieser zukünftigen Wanderungsbewegungen gibt, die den Handlungsdruck auf die Vertragsparteien erhöhen können. Verschiedene Studien rechnen zwar bis zum Jahr 2050 mit zwischen 250 Millionen und einer halbe Milliarde Menschen, die sich den Klimaveränderungen nicht anpassen können und ihre Heimat verlassen werden, aber den Erhebungen liegt keine eindeutige Methode zugrunde. Wie können Menschen erfasst werden, die aufgrund eines Zyklons, wie Sidar in Bangladesh, nur unmittelbar aus dem Katastrophengebiet ziehen, nicht aber über Grenzen hinweg in einem anderen Land Zuflucht suchen? Noch drastischer zeigt sich das in Afrika. Kleinbauern, die aufgrund von Versalzung der Böden in das nächstgelegene, fruchtbarere Gebiet ziehen, finden nur sehr schwer Beachtung in Statistiken. Und gerade letztere würden sich selbst oft gar nicht als Klimamigranten bezeichnen, denn sie sehen sich gezwungen, umzusiedeln, weil sie kein Einkommen mehr für sich und ihre Familien erwirtschaften können, dass ihnen ein Überleben ermöglicht. Sie nennen sich dann Wirtschaftsmigranten. Oft ist auch nicht eindeutig, wann der Klimawandel für die Umweltveränderung oder wann bspw. industrielle Verschmutzung ursächlich sind.

Beispielhaft für die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels sind pazifische Inselstaaten oder Bangladesch, die im wahrsten Sinne des Wortes vom Untergang durch Meeresspiegelanstieg bedroht sind. Sie sind es auch, die bei COP 15 klar einfordern, dass erzwungene Flucht und Migration endlich adressiert werden. Begrüßenswert ist, dass klimabedingte Migration Eingang in die jetzt diskutierten Vertragsentwürfe gefunden hat und zwar erstmalig seit es die COP Verhandlungen gibt. Im Entwurfstext über Anpassungsmaßnahmen, ist  klar anerkannt, dass es durch Klimawandel bedingte Migration gibt und dass die Notwendigkeit besteht Wege zu finden, jenen, die davon betroffen sind zu helfen und auch Umsiedlungen als Anpassungsmaßnahme mitzudenken.

Noch sind viele Fragen offen. Kein Hinweis im Vertragsentwurf auf Instrumente, die jenen helfen würden, die betroffen sind und sein werden, geschweige denn, woher die Gelder dafür kommen. Wie soll identifiziert werden, welches die Länder sind, die Anpassungsleistungen für klimabedingte Migration in Anspruch nehmen können? Und wie kann sichergestellt werden, dass auch diejenigen, die am meisten durch Klimawandel gefährdet sind, geschützt werden und Anspruch auf Kompensationsleistungen erhalten? Und wie kann es gelingen, dass die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte garantiert werden, wenn ganze Bevölkerungen umgesiedelt werden?

Diesen Fragen kann und wird sich COP 15 noch nicht stellen, dafür ist die Debatte zu jung – Antworten werden noch lange diskutiert werden  – wichtig ist aber jetzt, dass am Ende von Kopenhagen ein rechtlich verbindliches Abkommen steht, in dem klimabedingte Migration anerkannt wird, in dem außerdem die CO2 Reduktionen genau festgeschrieben sind, das Verpflichtungen zu Anpassungsfinanzierungen (auch in ihrer Höhe) festschreibt und Staaten ein klares Commitment dafür abverlangt.

Morgen ist übrigens der internationale Tag des Migranten!

(Sophia Wirsching)

Thema: Anpassung, Armut | Kommentare (0) | Autor: Johannes Kuestner

Pacifique Mukumba: “Der Klimawandel betrifft uns schon jetzt direkt.”

Montag, 14. Dezember 2009 2:50

Interview mit Pacifique Mukumba (CAMV, Centre d’accompagnement des authochtones pygmées et minoritaires vulnerables)

Das Interview führte Jan Papendieck.

JP: Herr Mukumba, woher kommen Sie und was machen Sie ?

Mukumba: Ich bin aus Bukavu im Osten der Republik Kongo. Ich vertrete hier in Kopenhagen meine Organisation CAMV, die sich für die Interessen der in meiner Heimat als Minderheit lebenden Pygmäen einsetzt. Die Pygmäen machen heute nur noch 5 bis 10% der Bevölkerung in den drei Provinzen Süd-Kivu, Nord-Kivu und Orientale aus. Ich bin einer von ihnen. Wir werden in jeder Beziehung benachteiligt und vom Staat vernachlässigt.

JP: Was sind die größten Probleme der Pygmäen ?

Mukumba: Zum einen ist es die Armut, unsere wirtschaftliche und soziale Armut und Benachteiligung. Wir haben am wenigsten Zugang zu Bildung, zu Gesundheitsdiensten und zu anderen staatlichen Hilfen, ganz zu schweigen vom Arbeitsmarkt. Uns fallen, wenn überhaupt, die am schlechtesten bezahlten Arbeiten zu.
Außerdem verlieren wir systematisch unseren Lebensraum, da die Regierung Konzessionen für die Abholzung unserer angestammten Waldgebiete vergibt, aber es werden auch immer mehr Nationalparks eingerichtet, aus denen wir vertrieben werden.

JP: Warum haben sie keinen Zugang zu Bildung ? Gibt es im Kongo kein staatliches Schulsystem, das auch für alle Pflicht ist ?

Mukumba: Doch, schon, aber trotzdem muss ein kleines Schulgeld bezahlt werden, auch müssen die Eltern für das Schulmaterial aufkommen und oft auch für eine Schuluniform. Der Staat zahlt manchmal monatelang die Lehrergehälter nicht und dann müssen die Eltern auch einspringen. Die Pygmäen haben für all dies meistens kein Geld übrig.

JP: Wie hilft ihnen denn Ihre Organisation?

Mukumba: Wir klären sie über ihre Rechte auf, unterstützen sie bei ihren berechtigten Forderungen nach Gleichbehandlung, machen im Land und international auf ihre Lage aufmerksam und unterstützen sie durch Hilfe zur Selbsthilfe. So haben wir mehreren Gruppen geholfen, eine Schweinezucht aufzubauen und es gibt auch einige Bienenprojekte.

JP: Was erwarten Sie von der Klimakonferenz ?

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Mukumba: Der Klimawandel betrifft uns schon jetzt direkt. Die Trockenperioden nehmen zu, werden länger und die Regenfälle sind, wenn sie kommen, sehr viel stärker geworden. Früher konnten wir während der Regenzeiten aus den Flüssen Fische fangen. Heute sind die Flüsse nach dem Regen oft so reißend geworden, dass sie die Fische schlicht wegschwemmen. Das macht uns sehr große Sorgen. Wir erwarten, dass die Verhandlungsergebnisse sich auch auf unsere Situation auswirken, dass unsere Probleme wahrgenommen werden. Hierzu haben wir auch eine Erklärung abgegeben. Wir fordern die Einführung eines weltweiten Systems für die Überwachung der Umsetzung der Beschlüsse und verbindliche Ziele für die Verringerung von klimaschädlichen Abgasen. Außerdem erwarten wir, dass unsere Länder Kompensationen dafür bekommen, dass die Abholzung der Wälder gestoppt wird oder dass Hilfe für Aufforstungsprojekte geleistet wird.

JP: Was kann eine kirchliche Organisation wie “Brot für die Welt” tun, um Sie künftig noch besser zu unterstützen?

Mukumba: “Brot für die Welt” hat uns schon in der Vergangenheit als zuverlässiger Partner geholfen, unsere Arbeit im Ostkongo zu tun und bietet auch Beratung durch Fachleute an, die von hier kommen und unsere Situation gut kennen. Aber es müssen auch hier bei Euch mehr Leute mobilisiert werden, um auf den Klimawandel und die Folgen aufmerksam zu machen. Und man darf das Schicksal gerade der autochtonen Völker nicht vergessen, die sich meist nicht gegen die Veränderungen in ihrem Lebensumfeld wehren können. Die Konferenz hier hat bisher hauptsächlich Willensäußerungen oder Erklärungen gebracht, keine Verpflichtungen. Auch sind viele Verhandlungsrunden für uns nicht offen, wir haben keine Chance mitzureden. Hier brauchen wir die Unterstützung von Partnern wie “Brot für die Welt”, hier mehr gehört zu werden.

JP: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Johannes Kuestner

Und Gott beginnt zu lächeln

Montag, 14. Dezember 2009 0:26

Desmond Tutu auf der Countdown-to-Copenhagen-Bühne in Kopenhagen (Foto: Christian Aid/Matt Gonzalez-Noda)

Desmond Tutu auf der Countdown-to-Copenhagen-Bühne in Kopenhagen (Foto: Christian Aid/Matt Gonzalez-Noda)

Es war ausgesprochen kalt am Morgen des 13. Dezember, als wir uns mit dem Team von “Brot für die Welt”, EED und der nordelbischen Kirche zum Kopenhagener Rathausplatz aufmachten, um bei der Übergabe von über 512.894 Unterschriften des Countdowns to Copenhagen dabei zu sein. 

Beim Teammeeting am Morgen sind wir die Entwicklung der letzten Tage kurz im Überblick durchgegangen. Trotz ermutigender Zugeständnisse ist doch manchmal nicht wirklich erkennbar, ob es wirklich allen Verhandlern darum geht, entschiedene Maßnahmen zur massiven Reduzierung der CO2-Emissionen zu treffen, oder ob es eher ums Taktieren geht und darum, wie sich manche Länder so geschickt wie möglich aus der Affäre ziehen. Entsprechend sind auch unsere Gespräche auf dem Weg vom Hotel zum Event: Meine Güte, wir wissen doch alle, was zu tun ist, und auch die meisten Verhandlungsführer wissen, was auf dem Spiel steht, und sagen auch, dass sie es wissen. Warum passiert dennoch so wenig?

Schließlich kommen wir auf dem Rathausplatz an, wo es bereits brechend voll ist und das Frieren und die zweifelnden Gedanken des Morgens sind irgendwie nicht mehr präsent. Es herrscht eine Bombenstimmung. Verschiedene katholische und evangelische Hilfswerke aus Europa haben im großen Stil Basis mobilisiert. Menschen aus aller Herren Länder, vor allem unheimlich viele junge Leute, werden von der Bühne aus fulminant begrüßt und willkommen geheißen.

Zeugnisse von Schwestern und Brüdern aus Bolivien, aus Indien, aus Äthiopien, aus Kamerun und aus Norwegen machen einmal mehr deutlich, dass es beim Klimawandel nicht um irgendwelche komischen Kapriolen geht, die das Wetter schlägt und die man sich befremdet und distanziert, aber unbeteiligt anschaut.

Sondern hier geht es schlicht um die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen. Menschen, denen wegen massiven  Gletscherschwundes das Wasser ausgeht, Menschen in Indien, deren Hab und Gut, deren Ernte massiven Fluten zum Opfer fällt, Menschen die an immer größerer Trockenheit leiden oder auch Menschen, deren Fischgründe aufgrund der Meereserwärmung verschwinden.

Aber trotz dieser düsteren Aussichten ist die Stimmung auf dem Rathausplatz alles andere als düster und depressiv. Vielmehr wird von der Bühne verkündet: Es ist wichtig, dass ihr da seid. Und ihr wisst, was ihr zu tun habt? Und ihr werdet euren Regierungen Druck machen, damit sie ein weitgehendes und rechtlich bindendes Abkommen schließen, das hilft, den Temperaturanstieg auf 2 Grad zu begrenzen? Worauf ein „Yeah!!“ über den Platz tost.

Augustina Njamnshi aus Kamerun sagt: Lasst uns hier in Kopenhagen Geschichte schreiben, damit wir hinterher sagen können: Wir haben die Welt verändert.

Desmond Tutu bei seiner Rede in Kopenhagen (Foto: Christian Aid/Matt Gonzalez-Noda)

Desmond Tutu bei seiner Rede in Kopenhagen (Foto: Christian Aid/Matt Gonzalez-Noda)

Auch Erzbischof Desmond Tutu macht deutlich, wie wichtig in dem Prozess wir alle sind. Dieser mit seinen 78 Jahren unglaublich agile und charismatische Mann hält eine fesselnde Mischung aus Predigt, Bühnenshow und Tanz.

Er erinnert daran, dass Menschen auf den Straßen das Apartheidsregime haben verschwinden lassen.
Er erinnert daran, dass Menschen auf den Straßen die Berliner Mauer zu Fall gebracht haben.

Er fragt: Glaubt ihr, dass ihr das Recht auf eurer Seite habt?
Yeah!!!
tost es über den Platz.
Glaubt dass ihr Gerechtigkeit auf eurer Seite habt? Yeah!!!
Glaubt ihr, dass ihr Gott auf eurer Seite habt? Yeah?
Ja
, sagt Tutu, Gott ist auf unserer Seite, komm schon Gott, tu was! Aber Gott sagt: Ich möchte, dass IHR meine Partner seid und EUCH einsetzt!
Und Tutu fährt fort: Wie ist das denn bei Gott? Wenn Gott herunterschaut und Gaza sieht, dann weint er, wenn er Darfur sieht, dann weint er, wenn er Simbabwe sieht, dann weint er, wenn er Afghanistan sieht, dann weint er. Aber dann, dann sieht er auf einmal Kopenhagen, und er sieht euch alle, wie ihr euch einsetzt, und dann kommt wieder ein Lächeln auf Gottes Gesicht, und Gott freut sich über euch alle, und ein kleiner Engel kommt und wischt Gottes Tränen ab.

512.894 Unterschriften sind gesammelt worden.  Die sechs Ziffern dieser Zahl sind auf je einen großen roten Ball gedruckt, die Bälle werden dann zunächst durch die Menge auf dem Platz gegeben und auf der anderen Seite, gegenüber der Bühne auf sechs Säulen gesetzt.

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Desmond Tutu tanzt mit Outlandish. Zum Abspielen klicken. (Video: J. Küstner)

Erzbischof Tutu überreicht dann symbolisch die Unterschriften an Generalsekretär Yvo de Boer. Dieser spricht davon, dass wir derzeit wohl eine finanzielle und eine ökonomische Krise haben mögen, aber das eigentliche Problem, das uns an der Durchsetzung eines wirksamen Klimaschutzabkommens hindert, ist eine moralische Krise.
Und er schließt: Ihr müsst euren Regierenden deutlich sagen, was für ein Klimaabkommen ihr haben wollt. Das ist unsere einzige Chance.

Dann rief die Menge „Yes, we can!“ und weiter ging es mit Musik der Band „Outlandish“, der Platz ging allmählich in Tanz über, wie auch Tutu auf der Bühne.

So kann Engagement für den Klimawandel Spaß machen, Danke an die vielen, vielen überwiegend Jugendlichen  aus ganz Europa! Wer noch immer pauschal sagt, Jugendliche seien unpolitisch, weiß nicht wovon er spricht.

(Eckhard Röhm)

Ein Video von der Überreichung der Stimmen durch Desmond Tutu an Yvo de Boer gibt’s hier zu sehen:

Thema: Allgemein, Demonstration, Klimagerechtigkeit | Kommentare (0) | Autor: Eckhard Roehm

„Deutschland kann und muss mehr tun“

Samstag, 12. Dezember 2009 17:41

Päses Buß und Bischof Ulrich bei der Pressekonferenz in Kopenhagen (Foto: EKvW)

Päses Buß und Bischof Ulrich bei der Pressekonferenz in Kopenhagen (Foto: EKvW)

Führende Repräsentanten von evangelischen Hilfswerken und Landeskirchen in Deutschland haben die Bundesregierung dazu aufgefordert, eine Vorreiterrolle beim Klimagipfel in Kopenhagen zu übernehmen, damit die Verhandlungen nicht in einer Sackgasse enden. Zur Delegation aus Deutschland gehörten die Direktoren und Vorstände von „Brot für die Welt“ und Evangelischem Entwicklungsdienst (EED) sowie die evangelischen Bischöfe aus Schleswig-Holstein, Westfalen und Württemberg. „Deutschland kann und muss mehr tun“, sagte die Direktorin von „Brot für die Welt“, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel.

„Wir sind nach Kopenhagen gekommen, um die Bundesregierung zu unterstützen, für ein wirklich ambitioniertes, gerechtes und völkerrechtlich bindendes Abkommen einzutreten. Das heißt, auf die Entwicklungsländer zuzugehen und vor allem bei der Finanzierungsfrage nachzubessern“, war sich die Delegation einig. „Wir müssen den deutschen Beitrag für Klimafinanzierung in Entwicklungsländern ab 2013 auf 7 Milliarden Euro jährlich aufstocken, ohne dass dies auf die sogenannte Entwicklungshilfequote von 0.7 Prozent des Bruttonationaleinkommens angerechnet wird,“ lautete ihre Kernforderung.

Countdown to Copenhagen-Demonstranten in Kopenhagen (Foto: Martin Haasler)

Countdown to Copenhagen-Demonstranten in Kopenhagen (Foto: Martin Haasler)

Klimaschutz fängt zuhause an. „Die Zusage Deutschlands, 40 Prozent der Emissionen bis 2020 zu reduzieren ist eine sehr gute Grundlage. Nun müssen wir aber nachlegen und den Weg dafür frei machen, dass auch die EU sich auf eine 40-prozentige Reduktion verpflichtet“, so Präses Alfred Buß von der Kirche in Westfalen.

Gerade für die Kirche ist Glaubwürdigkeit wichtig. „Nur wenn wir jetzt glaubwürdig vorangehen und das Taktieren aufgeben, schaffen wir auch in den Entwicklungs-und Schwellenländern das erforderliche Vertrauen, dass diese sich ebenfalls zum Klimaschutz verpflichten“, so der Landesbischof der Nordelbischen Kirche, Gerhard Ulrich.

„Für die Menschen in Ozeanien ist der Klimawandel durch den Meeresspiegelanstieg zur greifbaren Existenzbedrohung geworden. Wenn zehntausende ihr Zuhause verlieren und umsiedeln müssen, dann erwarten sie hierfür eine angemessene Entschädigung, die mit Entwicklungshilfe nichts zu tun hat“, so Fei Tevi, der Generalsekretär der ökumenischen Pazifischen Kirchenkonferenz, Fei Tevi.

Thema: Finanzierung, Klimagerechtigkeit | Kommentare (0) | Autor: Norbert Glaser