Teil 4 – Klima und Ernährung: Klima und Fleisch
(Foto: Th. Schaack)

(Foto: Th. Schaack)

60 % der Emissionen an Treibhausgasen, die bei der Ernährung entstehen, lassen sich Fleisch, Wurst, Eiern und Milchprodukten zuordnen. Treibhausgase, CO2, Methan und Lachgas fallen in großem Umfang auch beim Verarbeiten von Fleisch, bei der Kühlung, beim Transport sowie bei der Verarbeitung der Abfallprodukte an. War Ihnen diese Zahl bewusst?!?!
Also ich esse gerne Fleisch und auch mein Milchkonsum mit vier Litern in der Woche ist vielleicht etwas hoch für einen Singlehaushalt. Aber war ich mir dieser und weiterer Fakten bewusst? Nein, natürlich nicht. Oder wollte ich die Fakten überhaupt sehen? Nein, wollte ich nicht.

Denn Fleisch ist für mich zu etwas ganz Normalem geworden. Es ist selbstverständlich, eine Pfanne mit Fett zu haben und dann Putenschnitzel anzubraten. Es ist für mich auch selbstverständlich, morgens eine Schüssel Cornflakes und einen Kakao zu trinken ohne darüber nachzudenken, wie das alles eigentlich in den Laden kommt.

Und dass 70% des abgeholzten Amazonaswaldes (bis zu 20% der weltweiten CO2 Belastung resultieren aus der Abholzung der Regenwälder) für Viehweiden genutzt werden und ein Kilo Rindfleisch 15.000 Liter Wasser verbraucht – das sind doch unglaubliche Fakten, oder?

Um herauszufinden, wo das Fleisch herkommt, das man konsumiert, gibt es verschiedene Möglichkeiten: entweder man fragt direkt beim/bei der HändlerIn nach, so wie ich es versucht habe, oder man recherchiert ein wenig im Internet und in Fachzeitungen. Denn die meisten HändlerInnen sind sich selbst nicht so darüber im Klaren gewesen, was sie da eigentlich verkaufen.

Gesund ist nach Angaben des NABU 600g Fleisch pro Woche. Zur Orientierung: Ein Kilo Fleisch ist außerdem so klimaschädlich wie 250km Autofahren. Legen Sie noch etwa 100km drauf und Sie sind von Hamburg nach Kopenhagen zur Weltklimakonferenz gefahren und demonstrieren!
Bisher habe ich ja immer nur konventionell gegessen, aber es gibt ja auch Biofleisch: Meiner Meinung nach schmeckt das Biofleisch genauso wie das konventionelle Fleisch. Es ist “nur” teurer. Das dachte ich, bis ich mich mal richtig aufklären ließ:
Bei der ökologischen Tierhaltung werden keine Dünger verwendet, die Rinder bekommen kaum Kraftfutter und auch die Futtermittel sind ökologisch produziert.

Wenn das mal kein Vorbild für Klimaschutz ist!
Doch dann las ich einen anderen Beitrag und mein neues Weltbild war erschüttert:
“Für die Klimagas-Emission ist weniger relevant, ob Verbraucher sich ökologisch oder konventionell ernähren. Viel wichtiger ist die Menge an Rindfleisch und Milchprodukten, die sie konsumieren, unabhängig davon, ob diese ökologisch oder konventionell hergestellt wurden. Verbraucher, die sich konventionell ernähren, aber wenig Rindfleisch und Milchprodukte verzehren, belasten das Klima weitaus weniger als Konsumenten, die einen hohen Konsum an ökologisch hergestellten Rindfleisch- und Milchprodukten aufweisen” – so sagt es die Verbraucherorganisation Foodwatch auf Ihrer Internetseite.

Was soll ich also kaufen?
Bio oder konventionell???

(Foto: Th. Schaack)

(Foto: Th. Schaack)

Für mich heißt es nach diesen Erkenntnissen zuerst einmal bewusster essen und darauf zu achten, meinen Fleischkonsum etwas einzuschränken. Wenn ich nur einmal im Monat Fleisch esse, und das war die vergangenen Wochen der Fall, dann kann ich auch konventionell hergestelltes Fleisch essen. Es muss nicht das Biofleisch sein. Auf den FÖJ-Seminaren gibt es übrigens auch kein Fleisch; fünf Tage lang und es klappt prima, auch wenn es immer wieder ein Diskussionspunkt ist.

Und vegetarisch habe ich jetzt schon des Öfteren gegessen, und es schmeckt wirklich lecker und macht genauso satt. Also warum nicht den Fleischkonsum minimieren?!?!

Vor allem: Wenn man seinen Konsum an Tierprodukten etwas runterfährt und ich glaube, bei fast jedem Menschen gibt es gewisse Einsparmöglichkeiten, kann man das Klima schnell schützen.

Ich für meinen Teil werde beim nächsten Einkauf zweimal überlegen, ob ich mir jetzt wirklich Fleisch kaufen muss. Vielleicht machen Sie das ja auch so:) Das Klima würde sich freuen!

Morgen geht es weiter mit dem Thema „Klima und Mobilität“.

Autor: Maike Peters
Datum: Donnerstag, 10. Dezember 2009 1:00
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