Teil 3 – Klima und Ernährung: Saisonales Kochen

(Foto: Klaus Steves/pixelio.de)
Der Winter hat Einzug gehalten. Durch den Klimawandel soll es in unserer Klimazone bekanntlich wärmer werden. Doch so warm, dass wir Paprika anbauen könnten, wird es glaube ich nicht so schnell. Dabei liebe ich Paprika! Der Haken: Im Winter muss sie dann teuer nach Deutschland geflogen werden: Unnötige Flugreisen, die dem Klima nur schaden. Denn auch in Deutschland gibt es genug Wintergemüse, wie Rotkohl und andere Kohlarten und Winterobst, wie Bratäpfel oder Birnen. Klar, keine Paprika, aber es gibt genug leckere Alternativen, und ich kann ja auch mal verzichten lernen! Kartoffeln und Möhren, die zwar im Herbst geerntet werden, halten sich im Winter dennoch sehr gut, wenn man sie richtig lagert.
Ich gehe einkaufen und schaue auf das Herkunftsland: Es gibt im Supermarkt wirklich wenig regionale Produkte. Neuseeland, Südamerika, alles vertreten, nur Deutschland sehe ich eher selten.
Dabei machen laut dem Umweltbundesamt lange Transportwege etwa 11 Prozent aller Emissionen im Straßenverkehr aus. Ich würde also umweltbewusst leben, wenn ich Lebensmittel aus der näheren Umgebung kaufe, weil die Transportwege nicht so lang sind und dazu noch die regionalen Bauern und Bäuerinnen und Betriebe unterstützen. Ich habe also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Ich unterstütze sowohl Klima als auch Wirtschaft. Was will ich mehr als Klimaschützerin?
Und wenn man sich weiter mit dem Thema beschäftigt, landet man auch auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie haben eine Liste regionaler Anbieter ins Netz gestellt, außerdem einen Saisonkalender für Obst und Gemüse. Man muss sich also nicht die ganzen Informationen selbst zusammenstellen und hat hier eine perfekte Orientierung.
Einen interessanten Beitrag zu regionalen Produkten habe ich übrigens auch im Hamburger Abendblatt gelesen: Die Zahlen zeigen und machen mir eindringlich klar, wie wichtig eine regional-saisonale Ernährung für das Klima ist: „Für ein Kilo Spargel werden im Januar fünf Liter Öl verheizt, während der Saison ist es ein halber Liter. Wird ein Kilogramm Weintrauben aus Südafrika eingeflogen, werden elf Kilo Kohlendioxid (CO2) frei. Und selbst Produkte, die mit dem Schiff anreisen, verursachen gut zehnmal mehr CO2 als einheimische Ware. „Wer zehn Kilo Äpfel aus der Region statt Importware verzehrt, erspart der Umwelt etwa 100 Kilogramm CO2“, so Schwartau.

Foto: Curly Kale/Wikipedia
Und hier bekommen Sie noch ein saisonal-regionales Rezept zum Ausprobieren: Es geht um den Grünkohl. Winterzeit ist Grünkohlzeit, hat meine Oma immer gesagt. Grünkohl ist lecker und vor allem auch sehr gesund. Er besitzt den höchsten Anteil an Eiweißen und Kohlenhydraten und viele Vitamine sind auch in den Blättern enthalten. Er hilft also, die Abwehrkräfte aufrecht zu erhalten.
Grünkohl mit Schinken & Püree
Anzahl: 1 Portion
Sie brauchen:
500 g frischen Grünkohl
1 große Zwiebel
4 Tropfen Öl (evtl. mehr)
½ TL Gemüsebrühe
Etwas Pfeffer, evtl. etwas Zucker
1 Tasse Kartoffelpüree-Flocken mit Milch
1 magere Scheibe Schinken (ca. 10g) ohne Fettrand
1 EL saure Sahne
Zum Garnieren:
Rosa Beeren (pfefferähnliches Gewürz)
Evtl. Petersilie
Und so funktioniert es:
1. Grünkohl verlesen, abzupfen und waschen. In kochendem Salzwasser
ca. 3 Minuten blanchieren. Abschrecken, gut abtropfen lassen und grob
hacken.
2. Zwiebel schälen und in Spalten schneiden. Topfboden mit Öl
ausstreichen, erhitzen. Zwiebel darin andünsten. Grünkohl kurz
mitdünsten. Ca. 1/8 l Wasser und Brühe zufügen. Aufkochen und
zugedeckt 30-40 Minuten schmoren. Mit Salz, Pfeffer und Zucker
abschmecken.
3. 2 Tassen Wasser aufkochen, vom Herd nehmen. Püree-Flocken
einrühren. Ca. 1 Minute ausquellen lassen. Durchrühren, abschmecken.
4. Grünkohl, Kartoffelpüree und Schinken anrichten. Saure Sahne über
den Grünkohl geben. Garnieren.
EXTRA-TIPP: So schmeckt der Grünkohl herzhafter: Schinkenwürfeln und
zusammen mit der Zwiebel anbraten.
Guten Appetit!!! Das schmeckt wirklich toll!
Morgen geht es weiter mit dem Thema „Klima und Ernährung: Klima und Fleisch“.
P.S.: Diesen Artikel gibt’s hier auch noch mal zum Ausdrucken für die Küche …