Beiträge vom November, 2009

Dass Frieden und Gerechtigkeit sich küssen

Mittwoch, 18. November 2009 19:05, Thomas Schaack

Kirche St. Petri in Wolgast

Kirche St. Petri in Wolgast (Foto: Thomas Schaack)

Mit dem Projekt Countdown to Copenhagen setzen sich die Kirchen weltweit für eine gerechte und starke Ausgestaltung der Weltklimapolitik ein. Dazu gehört klassische Lobbyarbeit, Veranstaltungen, auf denen diskutiert wird, Vorträge, mit denen aufgeklärt wird, worum es geht, Demos, Aktionen wie das Glockenläuten am 13. Dezember um 15.00 h und vieles mehr.

Dazu gehören aber auch Gottesdienste. So werden leitende Geistliche aus aller Welt einen ökumenischen Gottesdienst für eine gerechte Weltordnung am 3. Advent (13. Dezember) um 14.00. h in Kopenhagen feiern. In diesem Gottesdienst wird der anglikanische Erzbischof Rowan Williams predigen. Internationale Chöre werden dort singen, Samuel Kobia, der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Erzbischof Desmond Tutu und Königin Margrethe II. von Dänemark werden ebenfalls anwesend sein.

Für Gottesdienste im deutschsprachigen Raum stehen inzwischen einige Materialien zur Verfügung: so bietet der EED einen Vorschlag für eine Andacht an, die in der Zeit der Kopenhagener Konferenz in den Gemeinden angeboten werden könnte. Auch „Gestaltungselemente“ stehen zum Download bereit und bieten viele Möglichkeiten, Andachten und Aktionen in Gemeinden zu kombinieren.

Für den Gottesdienst am 3. Advent bietet die Nordelbische Kirche eine Handreichung unter dem Titel “Das Frieden und Gerechtigkeit sich küssen” an, mit der ein Gottesdienst in der kirchlichen Bußzeit des Advents zum Thema leicht gestaltet werden kann. Die Handreichung umfasst neben liturgischen Texten auch Ideen für Symbolhandlungen im Gottesdienst, ein Anspiel, Liedhinweise und eine Predigtmeditation zum Predigttext des 3. Advents.

Thema: Allgemein, Klimagerechtigkeit | Kommentare (2) | Autor: Thomas Schaack

Eine Frage der Tugend

Samstag, 7. November 2009 21:26, Thomas Schaack

TrumpfkarteIn diesen Tagen liest man keine schönen Nachrichten. Trotz diverser hochkarätig besetzter Klimakonferenzen, wie zuletzt in Barcelona, gelingt es nicht, im Vorfeld der UN-Konferenz von Kopenhagen auch nur auf die Zielgerade einzubiegen. „Zielgerade“ würde bedeuten, dass ein deutliches Verhandlungsergebnis in Aussicht kommt, mit starken Reduktionszielen bei den Emissionen und mit einer klaren finanziellen Botschaft an die Entwicklungsländer, wie zukünftig der Aufbau einer CO2-freien Energiewirtschaft und Anpassungsmaßnahmen bezahlt werden können.

Ein kleine Ernüchterung macht sich breit: soll es das jetzt gewesen sein? Wird Kopenhagen ein unverbindliches Zusammensein, bei dem man blufft und reizt – und hofft, dass man nicht als erster sein Blatt auf den Tisch legen muss und die anderen merken, dass es nicht so doll ist?

Nun sind Tugenden gefragt: bei den Verhandlern in Kopenhagen und von den begleitenden, unterstützenden und ermahnenden NGOs. Man könnte von Geduld reden. Dazu teilt Wikipedia mit: „Als geduldig erweist sich, wer bereit ist, mit ungestillten Sehnsüchten und unerfüllten Wünschen zu leben oder diese zeitweilig bewusst zurückzustellen“. Davon sollten wir also besser nicht reden: die Zeit des Zurückstellens ist vorbei. Seltsamerweise hat man den Eindruck, dass das den meisten Staaten bewusst zu sein scheint. Trotzdem passiert nichts.

Reden wir also besser von Ausdauer. „Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser“ heißt es bei Theodor Fontane im Stechlin. Seien wir also ausdauernd, hartnäckig und zuweilen auch couragiert in den kommenden Wochen. Denn aufgeben kann man in dieser Sache nicht.

(Foto: Rainer Sturm/pixelio.de)

Thema: Anpassung, Finanzierung, Klimakonferenz | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack