Am Pranger
Mittwoch, 30. September 2009 12:24, Thomas Schaack
In früheren Zeiten, als schändliches Verhalten noch keine rein private Angelegenheit war, stellte man die Menschen an den „Pranger“ oder einen „Schandpfahl“. Noch heute finden sich in manchen Städten solche Orte, an denen Menschen bloßgestellt, entehrt und vorgeführt worden sind. Was das bedeutete, kann man dem entsprechenden Wikipedia-Artikel entnehmen:
Die Strafe bestand vor allem in der öffentlichen Schande, welche der Verurteilte zu erdulden hatte und die vielfach ein „normales“ Weiterleben in der Gemeinschaft unmöglich machte oder sehr erschwerte. Auch war der Bestrafte den Schmähungen der Passanten ausgesetzt, die für ihn nicht ungefährlich waren.
Vollkommen zu Recht gibt es so etwas heute nicht mehr. Aber gibt es immer noch Leute, deren seltsames Betragen die (globale) Öffentlichkeit beschäftigen sollte. Dazu werden Preise vergeben, die an das Licht der Welt bringen, was aus lauter Scham glaubte dort nicht auftauchen zu müssen. Bekannt sind die „Goldene Himbeere“ für die schlechtesten Filme, der „Preis der beleidigten Zuschauer“ für außergewöhnlich Negativ-Leistungen im Fernsehen oder die „Gurke des Tages“ der TAZ.
Seit Jahren wird auch der „Fossil of the day“ von Klimaschutzgruppen für unterdurchschnittliches Versagen (meist haben wir es sonst nur mit durchschnittlichem Versagen zu tun) einzelner Regierungen vergeben. Gestern erwischte es (wieder mal!) die Kanadier, die bei den letzten Klimaverhandlungen in New York glaubten, etwas anderes vorhaben zu sollen. Als Quittung gab’s Donuts, deren Verzehr sicher auch „nicht ungefährlich“ sein dürfte. Aber schauen Sie selbst!
Thema: Allgemein, Klimakonferenz | Kommentare (0) | Autor: Thomas Schaack
