Beitrags-Archiv für die Kategory 'Anpassung'

Peter Emberson: Umsiedlungen sind das ganz große Thema

Freitag, 18. Dezember 2009 20:00, Norbert Glaser

Der 1961 gegründeten Pazifischen Kirchenkonferenz (PCC) gehören die wichtigsten christlichen Kirchen des pazifischen Raumes an – mittlerweile 27 Kirchen sowie elf Nationale Kirchenräte. Das PCC-Sekretariat hat seinen Sitz in Suva auf den Fidschis.

Anlässlich eines Treffens von Kirchenführern zum Thema Umsiedlung verabschiedet der PCC im Frühjahr die Moana-Deklaration. Sie verlangt frühzeitige Vorbereitungen, damit die kommenden Umsiedlungen von Klimaopfern respektvoll und die Menschenwürde achtend geschehen.

Peter Emberson hat die Arbeit des PCC zum Klimawandel maßgeblich mitgestaltet. Sein bislang größter Erfolg dürfte die Beteiligung der Kampagne am Straßenumzug beim „Suva Hibiscus Carnival“ im Sommer gewesen sein. 160.000 Menschen hatten den Weg der in den ganzen pazifischen Raum übertragenen Parade gesäumt.

Die Inseln des pazifischen Raums gelten aufgrund ihrer natürlichen Bedingungen als besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Viele von ihnen sind flach und verfügen nur über begrenzte Wasservorkommen und Ackerflächen.

Fragen an: Peter Emberson

F: Welche Folgen hat der Klimawandel für die pazifischen Inselstaaten?

A: Unsere Existenz, unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit hängen völlig von den natürlichen Bedingungen ab. Unser ganzer Lebensstil und unsere Kultur sind bedroht.

F: Was kann die Bundesregierung tun, um den kleinen Inselstaaten bei der Anpassung an den Klimawandel zu helfen?

A: Umsiedlungen werden das ganz große Thema der kommenden Jahre für uns sein. Dafür werden wir sowohl fachliche wie finanzielle Hilfe benötigen.

F: Wie beurteilen Sie den Stand der Klimaverhandlungen?

A: An den kleinen Inselstaaten wird eine Übereinkunft nicht scheitern. Im Gegenteil. Als Hauptbetroffene gehören wir in Kopenhagen mit zu den größten Lobbyisten, die sich für den Klimaschutz engagieren.

Ein Interview mit Peter Emberson können Sie hier sehen:  

Thema: Anpassung | Kommentare (0) | Autor: Norbert Glaser

Aminur Rahman: grundsätzliche politische Korrekturen sind wichtig

Donnerstag, 17. Dezember 2009 20:00, Norbert Glaser

Aminur Rahman (Foto: Brot für die Welt)

Aminur Rahman (Foto: Brot für die Welt)

Die Arbeit von „Assistance for Slum Dwellers“ (ASD) zielt darauf ab, das Leben von Slumbewohnern zu verbessern, indem sie Zugang zu grundlegender Basisstruktur erhalten. ASD geht davon aus, dass der Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge, Ernährung und Einkommensmöglichkeiten die Situation der Slumbewohner verbessert.

Durch entsprechende Angebote / Programme in den genannten Bereichen versucht ASD seine Ziele zu erreichen. Für die Organisation arbeiten 133 Beschäftigte sowie zahlreiche Freiwillige, insgesamt bis zu 1000 Menschen.

Aminur Rahman hat Verwaltung studiert und ist heute für die Organisation im Bereich der Katastrophen- und Notfallhilfe zuständig. Außerdem koordiniert er die Aktivitäten des Emergency Cooperation Network (ECNET), einem losen Zusammenschluss von Partnern von „Brot für die Welt“ in Bangladesh.

In Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, leben zurzeit etwa 13 Millionen Menschen. Bis 2015 rechnen Experten damit, dass diese Zahl auf 18 Millionen ansteigt. Die sich infolge des Klimawandels sich verschlechternde Lebensbedingungen auf dem Land und die Hoffnung auf eine besseres Leben in der Stadt fördern die Landflucht.

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Fragen an: Aminur Rahman

F: Was hat Ihre Arbeit mit dem Klimawandel zu tun?

A:. Experten rechnen damit, dass bis 2015 infolge des Klimawandels 15 Millionen Bangladeshi ihre Heimat verlassen müssen und anderswo eine neue Existenz aufbauen müssen. Dieser Prozess läuft bereits heute schon.

F: Wie können wir Bangladesh bei der Anpassung an die Klimaveränderungen unterstützen?

A: Wenn die globale Erwärmung in diesem Tempo weitergeht, wird ein Großteil unseres Landes 2100 unter Wasser stehen. Humanitäre Hilfe durch „Brot für die Welt“ ist nützlich, noch wichtiger sind grundsätzliche politische Korrekturen.

F: Was erwarten Sie von Kopenhagen?

A: Ich hoffe, dass wir möglichst schnell ein brauchbares Abkommen bekommen. Da ziehen die Zivilgesellschaft und unsere Regierung an einem Strang.

Thema: Anpassung, Armut | Kommentare (0) | Autor: Norbert Glaser

Klimaflüchtlinge noch kaum im Blick

Mittwoch, 16. Dezember 2009 17:52, Johannes Kuestner

Der Klimawandel führt zu drastischen Umweltveränderungen. Durch die globale Erwärmung kommt es in vielen Gebieten der Welt, insbesondere in Asien zu einer erhöhten Anzahl verheerender Stürme und Überflutungen. Auch in Afrika nehmen Dürren, extreme Hitze und Überschwemmungen zu. Schon heute sind aufgrund dessen, viele Menschen gezwungen, ihren eigentlichen Lebensraum zu verlassen. (Besonders eindrückliche Beispiele unter www.climaterefugee.com)

Bei den UNFCCC Verhandlungen in Kopenhagen wird das allerdings kaum thematisiert. Die Debatte über klimabedingte Flucht und Migration und ihre Konsequenzen wird nicht öffentlich geführt. Einige wenige Veranstaltungen von UN-Organisationen und dem EU-Researchprojekt (EACH-FOR) schaffen es kaum, die Agenda zu beeinflussen.

Das liegt auch daran, dass es kaum verlässliche Daten über das zu erwartende Ausmaß dieser zukünftigen Wanderungsbewegungen gibt, die den Handlungsdruck auf die Vertragsparteien erhöhen können. Verschiedene Studien rechnen zwar bis zum Jahr 2050 mit zwischen 250 Millionen und einer halbe Milliarde Menschen, die sich den Klimaveränderungen nicht anpassen können und ihre Heimat verlassen werden, aber den Erhebungen liegt keine eindeutige Methode zugrunde. Wie können Menschen erfasst werden, die aufgrund eines Zyklons, wie Sidar in Bangladesh, nur unmittelbar aus dem Katastrophengebiet ziehen, nicht aber über Grenzen hinweg in einem anderen Land Zuflucht suchen? Noch drastischer zeigt sich das in Afrika. Kleinbauern, die aufgrund von Versalzung der Böden in das nächstgelegene, fruchtbarere Gebiet ziehen, finden nur sehr schwer Beachtung in Statistiken. Und gerade letztere würden sich selbst oft gar nicht als Klimamigranten bezeichnen, denn sie sehen sich gezwungen, umzusiedeln, weil sie kein Einkommen mehr für sich und ihre Familien erwirtschaften können, dass ihnen ein Überleben ermöglicht. Sie nennen sich dann Wirtschaftsmigranten. Oft ist auch nicht eindeutig, wann der Klimawandel für die Umweltveränderung oder wann bspw. industrielle Verschmutzung ursächlich sind.

Beispielhaft für die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels sind pazifische Inselstaaten oder Bangladesch, die im wahrsten Sinne des Wortes vom Untergang durch Meeresspiegelanstieg bedroht sind. Sie sind es auch, die bei COP 15 klar einfordern, dass erzwungene Flucht und Migration endlich adressiert werden. Begrüßenswert ist, dass klimabedingte Migration Eingang in die jetzt diskutierten Vertragsentwürfe gefunden hat und zwar erstmalig seit es die COP Verhandlungen gibt. Im Entwurfstext über Anpassungsmaßnahmen, ist  klar anerkannt, dass es durch Klimawandel bedingte Migration gibt und dass die Notwendigkeit besteht Wege zu finden, jenen, die davon betroffen sind zu helfen und auch Umsiedlungen als Anpassungsmaßnahme mitzudenken.

Noch sind viele Fragen offen. Kein Hinweis im Vertragsentwurf auf Instrumente, die jenen helfen würden, die betroffen sind und sein werden, geschweige denn, woher die Gelder dafür kommen. Wie soll identifiziert werden, welches die Länder sind, die Anpassungsleistungen für klimabedingte Migration in Anspruch nehmen können? Und wie kann sichergestellt werden, dass auch diejenigen, die am meisten durch Klimawandel gefährdet sind, geschützt werden und Anspruch auf Kompensationsleistungen erhalten? Und wie kann es gelingen, dass die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte garantiert werden, wenn ganze Bevölkerungen umgesiedelt werden?

Diesen Fragen kann und wird sich COP 15 noch nicht stellen, dafür ist die Debatte zu jung – Antworten werden noch lange diskutiert werden  – wichtig ist aber jetzt, dass am Ende von Kopenhagen ein rechtlich verbindliches Abkommen steht, in dem klimabedingte Migration anerkannt wird, in dem außerdem die CO2 Reduktionen genau festgeschrieben sind, das Verpflichtungen zu Anpassungsfinanzierungen (auch in ihrer Höhe) festschreibt und Staaten ein klares Commitment dafür abverlangt.

Morgen ist übrigens der internationale Tag des Migranten!

(Sophia Wirsching)

Thema: Anpassung, Armut | Kommentare (0) | Autor: Johannes Kuestner

Ferdausur Rahman: Internationaler Hilfsfond notwendig

Dienstag, 15. Dezember 2009 20:00, Norbert Glaser

Ferdausur Rahman aus Bangladesh (Foto: Brot für die Welt)

Ferdausur Rahman aus Bangladesh (Foto: Brot für die Welt)

Die Gründer von Prodipan hatten 1983 das Ziel, das Entstehen einer Gesellschaft zu fördern, in der die Menschen mittels sozioökonomischer Initiativen ihre wesentlichen Bedürfnisse decken können. Das Engagement konzentrierte sich anfänglich auf den süd-westlichen Teil des Landes und wurde später auf die ganze Küstenregion und ihre ökologischen Probleme ausgeweitet.

Propidan hat sich heute zu einer Organisation mit 600 Beschäftigten entwickelt. Sie informiert über die Hintergründe des Klimawandels und zeigt, wie die Menschen ihr Leben an die Veränderungen anpassen können. Zum Beispiel, indem sie Produkte anbauen, denen das Salzwasser nichts anhaben kann, wie etwa Schilfrohr, das für die Herstellung von Matten und Zäunen benutzt wird, oder andere Gräser, die sich auf dem Markt verkaufen lassen.

Ferdausur Rahman gehört zu den Gründern der Organisation. Der Vater von zwei erwachsenen Söhnen hat unter anderem in Aarhus (Dänemark) Politikwissenschaft und NGO-Management studiert. In der wachsenden Zahl von Betroffenen, die nach schweren Wirbelstürmen umgesiedelt werden müssen, sieht er eine Herausforderung für sich und seine Organisation.

Bezogen auf die Zahl  betroffener Menschen ist die Küstenregion von Bangladesh die weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffene Region. Vom Anstieg des Meeresspiegels sind allein im flachen Schwemmland des Ganges-Deltas etwa 15 Millionen Menschen betroffen.

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Fragen an: Ferdausur Rahman

F: Wie macht sich der Klimawandel in Bangladesh bemerkbar?

A: Im Norden, der ohnehin trocken ist, regnet es nur noch sehr selten, und die Flüsse führen immer weniger Wasser. Die Winter sind kälter als früher – im vergangenen Jahr erfroren mehr als 500 Menschen. In der Mitte des Landes hingegen nehmen die Regenfälle zu. Gab es früher nur im August und September Überschwemmungen, so verteilen sie sich nun über das ganze Jahr. Die Küstenregion im Süden wird immer häufiger von Zyklonen heimgesucht. Und weil der Meeresspiegel ansteigt, dringt das Salzwasser immer weiter vor und zerstört so landwirtschaftlich nutzbare Flächen.

F: Was können wir als Deutsche tun, um die Zukunftsperspektive von Bangladesh zu verbessern?

A: Die eigenen klimaschädlichen Emissionen vermindern und Druck auf ihre Regierung ausüben. Bis 2020 sollte Deutschland 40, besser noch 50 Prozent der CO2-Emissionen einsparen.

F: Was erwarten Sie von Kopenhagen?

A: Wir erhoffen uns ein Abkommen, mit dem ein konkreter internationaler Hilfsfond eingerichtet wird. Regierungen und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten bei ihm gleichermaßen mitreden können. Die Gelder sollten entsprechend der Zahl der Betroffenen ausgezahlt werden.

F: Was erwarten Sie von Kopenhagen?

A: Wir erhoffen uns ein Abkommen, mit dem ein konkreter internationaler Hilfsfond eingerichtet wird. Regierungen und zivilgesellschaftliche Organisationen sollten bei ihm gleichermaßen mitreden können. Die Gelder sollten entsprechend der Zahl der Betroffenen ausgezahlt werden.

Thema: Anpassung, Finanzierung | Kommentare (1) | Autor: Norbert Glaser

Siddharth d’Souza: Klimaschutz für die Adivasi

Montag, 14. Dezember 2009 20:00, Norbert Glaser

Siddharth-d'Souza aus Andhra Pradesh (Foto: Brot für die Welt)

Siddharth-d'Souza aus Andhra Pradesh (Foto: Brot für die Welt)

Laya ist eine indische non-profit Dachorganisation, die die Ureinwohner des Landes bei der Nahrungssicherheit, Gesundheitsvorsorge, Ausbildung, Entwicklung etc. im Bundesstaat Andhra Pradesh unterstützt. Seit fünf Jahren arbeitet Laya mit den “Adivasi“ auch in Fragen der Energie und des Klimas zusammen.

1996 gegründet, hatten die Initiatoren von Anfang an das Ziel, die in vielerlei Weise diskriminierten Völker – im innerindischen Sprachgebrauch als „Stämme“ bezeichnet – darin zu fördern, ihren eigenen Weg zu gehen. Heute vertritt Laya die Ansicht, dass wir alle von den Adivasi lernen könnten, schonender mit dem „blauen Planeten“ umzugehen.

Siddharth d’Souza hat in Den Haag (Niederlande) „Alternative Entwicklung“ studiert und davor und danach in verschiedenen indischen Organisationen erste Erfahrungen in der Sozialarbeit gesammelt. Er koordiniert heute im Bereich der Gemeindearbeit von Laya die Einführung von erneuerbarer Energie in abgelegenen Stammesgebieten im Bundesstaat Andhra Pradesh.

Andhra Pradesh hat etwa so viele Einwohner wie die Bundesrepublik, umfasst aber nur zwei Drittel der Fläche. Der viertgrößte indische Staat weist sehr unterschiedliche klimatische Temperatur- und Niederschlagszonen auf. Der Anteil der einheimischen Stammesbevölkerung liegt mit 6,6 Prozent unter dem gesamtindischen Durchschnitt von 8,2 Prozent, insgesamt mehr als 30 verschiedene Völker.

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

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Fragen an: Siddharth d’Souza

F: Welche Anzeichen gibt es für einen Klimawandel in Ihrer Heimat?

A: Die traditionell lebenden Stämme können sich nicht länger auf ihre Erfahrungen verlassen. Es regnet seltener und weniger, aber wenn es regnet, dann richtig stark. Die Niederschläge reißen den Boden mit sich, ohne die Grundwasservorräte aufzufüllen.

F: Wie können wir die Adivasi bei der Anpassung an die Klimaveränderungen unterstützen?

A: Der Lebensstil muss sich ändern. Das gegenwärtige System funktioniert nicht. Der CO2-Ausstoß der Industriestaaten muss deutlich zurückgehen. Das ist auch eine Frage der Moral.

F: Was erwarten Sie von Kopenhagen?

A: Wenn ich schwer erkrankt bin, kann ich nicht sagen: Tut mir leid. Ich nehme die Medizin nicht, die schmeckt bitter. Vielleicht nehme ich sie morgen, oder auch erst übermorgen, oder ich weiß nicht wann. Das klappt nicht. Wenn ich schwer krank bin, führt an der Einnahme der Medizin kein Weg vorbei.

Thema: Anpassung | Kommentare (0) | Autor: Norbert Glaser

Tevi Fe’iloakitau Kaho: Stoppt die Erwärmung!

Samstag, 12. Dezember 2009 8:00, Norbert Glaser

Tevi Feiloakitau Kaho von der "Pazifische Kirchenkonferenz" (Foto: Brot für die Welt)

Tevi Feiloakitau Kaho von der "Pazifische Kirchenkonferenz" (Foto: Brot für die Welt)

Die „Pazifische Kirchenkonferenz“ (PCC) ist der Dachverband der christlichen Kirchen im pazifischen Raum und damit die wichtigste regionale ökumenische Organisation Ozeaniens. Die Organisation wurde 1961 in Samoa gegründet. Mittlerweile gehören der Konferenz 27 Kirchen sowie elf Nationale Kirchenräte. Seinen Sitz hat das PCC-Sekretariat in Suva auf den Fidschi.

Die PCC engagiert sich für die Einheit der christlichen Kirchen im pazifischen Raum. Sie tritt für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung ein und will die ökumenische Bewegung in der Region stärken. Die PCC engagiert sich für Bildung und Entwicklung im pazifischen Raum und fördert die Solidarität zwischen ihren Mitgliedern bei Naturkatastrophen und Unruhen.

Tevi Fe’iloatikau Kaho leitet den PCC seit März 2008. Davor arbeitete der studierte Politikwissenschaftler für den Weltkirchenrat in Genf. Auf den Fidschi–Inseln geboren ist der in den USA und Europa ausgebildete Diplomat den Prototyp des polyglotten Erdbewohners.

Mit einer Unterschriftenaktion “Stoppt die Erwärmung” versuchte der PCC vor der Konferenz in Kopenhagen, die Öffentlichkeit über den Klimawandel aufzuklären und die Entscheidungsträger aus dem pazifischen Raum zum Handeln zu bewegen. Die Weltgemeinschaft habe dort die einmalige Chance, die globale Erwärmung einzudämmen.

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Brot für die Welt hat einige internationale Gäste aus Partnerprojekten nach Kopenhagen eingeladen, die wir hier in loser Folge vorstellen. Vor Ort können Pressetermine mit den Partnern verabredet werden. Wenden Sie sich dafür an Thomas Hirsch (Klimaexperte von Brot für die Welt), Mobil 0049 172 625 92 07, Norbert Glaser (Presse), 0049 178 / 824 05 11

Fragen an: Tevi Fe’iloakitau Kaho

F: Die pazifischen Inselstaaten gelten als die ersten Leidtragenden einer globalen Erwärmung. Wie zeigt sich das konkret?

A: Noch wird nicht gezielt umgesiedelt. Doch es ist absehbar, dass das auf Staaten wie Kiribati, Tuvalu, den Marshall-Inseln zukommt. Bislang gehen nur Einzelne und suchen sich eine neue Heimat – etwa im Rahmen der üblichen Einwanderung nach Neu Seeland. Leider steht das Thema Umsiedlungen nicht auf der Agenda von Kopenhagen.

F: Was erwartet der PCC von den Regierungen der Industrieländer?

A: Die reichsten Länder haben am stärksten zum Klimawandel beigetragen. Und sie haben die besten Voraussetzungen, um zu handeln. Sie sollten zu ihrer historischen Verantwortung stehen und sicherstellen, dass die Menschen im Pazifik alle Hilfe und alle Ressourcen erhalten, um sich an die veränderten Klimabedingungen anzupassen.

F: Was wünschen Sie sich für Kopenhagen?

A: Ich glaube, dass die Gespräche ein faires und effektives Ergebnis für den Pazifik bringen müssen.  Dort leben die verletzlichsten und ärmsten Menschen auf diesem Planeten. Ich hoffe, die Stimme der pazifischen Menschen bleibt nicht ungehört.

Thema: Anpassung, Klimagerechtigkeit | Kommentare (0) | Autor: Norbert Glaser