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Sankt Petri Kirche, die deutschsprachige Gemeinde in der Dänischen Volkskirche

Donnerstag, 10. Dezember 2009 8:00, Jan

St. Petri-Kirche in Kopenhagen

St. Petri-Kirche in Kopenhagen

Die Sankt Petri-Kirche in der Innenstadt von Kopenhagen ist eine besondere Gemeinde. Seit 1585 hat die deutsche Gemeinde hier die Möglichkeit, ihren lutherischen Gottesdienst in Deutsch zu feiern. 1994 gab die Gemeinde die Gebäude an den heutigen Souverän, das dänische Volk, zurück. In der Folge wurde die Kirche bis 2000 umfangreich renoviert.

Das Gebäudeensemble im Herzen der hektischen Hauptstadt ist auch während der Klimakonferenz ein Ort der Ruhe. Die dreiflügeligen Grabkapellen bergen in ihrer Mitte den so genannten Kräutergarten. Dieser historische Friedhof und der Kirchhof stellen heute eine grüne Oase dar. In den warmen Monaten wird der Kräutergarten für Kirchenkaffee und Sommerfest genutzt. Das ganze Jahr über wird der Kirchhof als Schulhof genutzt.

Das Gemeindeleben steht ganz im Zeichen der Begegnung von Deutschen und Dänen. Die Sankt Petri Schule ist so zweisprachig wie viele Taufen und Trauungen. Ein Großteil des Gemeindelebens kreist um junge Familien. Dadurch wuchs die Zahl der Gemeindemitglieder seit 2006 von 500 auf 950 an. Zweites Standbein der Gemeinde ist die qualitativ hochwertige Kirchenmusik mit großer Kantorei, Musikgottesdiensten oder auch einmal einem Kindermusical.

Peter Rottach von „Brot für die Welt“ erläutert den Schülern der Petri-Schule die Klimaaustellung in der Kirche (Foto: Jan Christensen)

Peter Rottach von „Brot für die Welt“ erläutert den Schülern der Petri-Schule die Klimaaustellung in der Kirche (Foto: Jan Christensen)

Seit 2006 ist Hauptpastor Markus Löwe an der Sankt Petri Kirche tätig. Er erlebt das ständige „Abschied-nehmen-müssen“ als eine besondere Situation. Viele Gemeindemitglieder verlassen nach drei Jahren die Gemeinde, wenn ihr Unternehmen sie an irgendeinen anderen Ort auf der Welt versetzt. Für diese „globalen Arbeitsnomaden“ wird mit dem Reisesegen ein neues Ritual gefeiert.

Zur Klimakonferenz in Kopenhagen stellt die Sankt-Petri Kirche eine große Ausstellung von „Brot für die Welt“ aus. Sie zeigt anhand eines Modells, wie sich der Klimawandel heute schon in den Entwicklungsländern negativ auf das Leben der Menschen auswirkt. Wegen der Ausstellung hat die Kirche ausnahmsweise auch im Winter ganztägig geöffnet.

Jan Christensen

Thema: Allgemein | Kommentare (1) | Autor: Jan

Alles friedlich in Kopenhagen

Montag, 7. Dezember 2009 14:53, Jan

Demo-Fahrrad (Foto: Jan Christensen)

Demo-Fahrrad (Foto: Jan Christensen)

… und so wird es hoffentlich auch bleiben! Während der Zugfahrt nach Kopenhagen kam ich in ein langes Gespräch mit einem dänisch-deutschen Ehepaar über den Gipfel in Kopenhagen, die Sorgen um das Klima, die Aussichten, ob der Gipfel ein akzeptables Ergebnis haben wird…

In diesem Gespräch kann das Ehepaar auf ihre Sorgen zu sprechen, dass die Demonstrationen gewaltsam enden könnten. Natürlich verwies ich darauf, dass ich auch demonstrieren werde und wir alles daransetzen werden, dass es friedlich, aber auch deutlich zugehen soll. Ihre Skepsis nahm das nicht weg.

Beim ersten Meeting mit dem internationalen ökumenischen Netzwerk kamen unsere dänischen Partner dann auch auf die Sicherheitssituation zu sprechen und wir bekamen Handzettel mit Verhaltenshinweisen und was unsere Rechte und Pflichten in Dänemark sind und Telefonnummern von Rechtsanwälten, wenn es Not tut.

Klar, das alles muss sein, aber ich frage mich, warum die dänische Presse so offensichtlich Ängste in der Bevölkerung schürt, dass es zu Ausschreitungen kommen werde. Vor dem G8-Gipfel in Heiligendamm war es dasselbe. Soll nur von den wirklichen wichtigen Fragen abgelenkt werden? Sollen Menschen davon abhalten werden, den Politikern ihre Erwartungen auch durch eine Demonstration kund zu tun?

Ich erwarte, dass wir von der Countdowntocopenhagen-Gruppe unsere Forderungen nach tiefgreifenden Minderungszielen, nach nachhaltigen Finanzierungen für Anpassungsmaßnahmen u.s.w. deutlich aussprechen werden und uns nicht durch Angstmacherei davon abhalten lassen.

Eine Tonne CO2 (Foto: Jan Christensen)

Eine Tonne CO2 (Foto: Jan Christensen)

Dazu ein paar erste friedliche Impressionen aus der Kopenhagener Innenstadt vom gestrigen, leider kalten und diesigen Sonntag.

Und jetzt mache ich mich auf ins Konferenzzentrum, um meinen Standdienst am Countdowntocopenhagen-Stand zu beginnen und möglichst viele Delegierte zu ermuntern, weit reichende Schritte zu gehen und sich nicht durch ihre eigenen Interessen davon abhalten zu lassen.
Denn jetzt ist die Zeit zu handeln!
Jan Christensen

Thema: Demonstration, Klimakonferenz | Kommentare (0) | Autor: Jan